Abschlussfeier 10. Klasse in der DDR: Zeugnis, Jugend und Zukunftsängste

Die Abschlussfeier der 10. Klasse mit Zeugnisübergabe fand im LPG-Speisesaal in Stichelsdorf statt. Pünktlich um 18:00 Uhr eröffnete der Direktor mit seiner Rede die Feier, bevor er jeden einzeln aufrief und die Zeugnismappe überreichte.

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Zu mir sagte er: „Mit ein bisschen mehr Fleiß hättest du wenigstens mit ‚Sehr Gut‘ abschließen können.“ Mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich hatte Schlimmeres erwartet, zum Beispiel den Spruch, den er meiner Mutter auf der Elternversammlung drückte: „Ihr Sohn ist hochintelligent. Seine Intelligenz wird aber von seiner Faulheit noch weit übertroffen.“

Party im LPG-Speisesaal und erste Drinks

Nachdem alle ihre Abschlusszeugnisse erhalten hatten, wurde das Buffet eröffnet und alle schlugen sich gesittet den Bauch voll. Danach wurde das Tanzbein geschwungen – hauptsächlich von den Eltern und Lehrern. Wir waren mit unseren Zeugnissen beschäftigt.

Gegen 22:00 Uhr verabschiedeten sich die ersten Eltern. Nun verlagerte sich die Abschlussfeier für uns in die Bar. Dort wurde getrunken, geraucht und geredet. Pünktlich um 1:00 Uhr war die Feier offiziell beendet, aber die Jugendliche zog es weiter. Werni lud ein: „Ich habe zwei Kästen Bier in der Garage stehen.“

Zukunft in der DDR: Lehre, Arbeit und Wohnungssuche im Jahr 1980

In der Garage tauschten wir Jugendliche unsere Gedanken über die Zukunft aus. Eine Lehre dauerte in der Regel zwei Jahre; Bobby und ich mussten zweieinhalb Jahre lernen, Werni sogar drei Jahre für seinen Beruf mit Abitur. Und danach hieß es für jeden: fast 50 Jahre arbeiten.

Diese Zeit kam uns unendlich lang vor. In der DDR hieß es, sozialistisch leben, lernen und arbeiten. Aber was kam nach dem Arbeiten? „Das Ableben“, knurrte Bummi zynisch. „Fertig uff de Röhren biste dann sowieso.“

Wir hatten 1980, und keiner hatte eine Ahnung, was die nächsten Jahre bringen würden. Nach der Lehre wurde normalerweise schnell geheiratet und Kinder bekommen. Nur so hatte man ein Anrecht auf eine Wohnung. Alle wollten gutes Geld verdienen und ein Auto. Doch der Weg dahin war weit.