Abendbrot in der DDR

Abendbrot in der DDR

Abendbrot in der DDR war sicher für jeden anders. Je nach Region und Generation fiel das DDR Abendessen unterschiedlich aus. Ich hatte das Vergnügen sowohl bei Mutti und Vati, als auch bei Oma und Opa versorgt zu werden. Meine Großeltern wohnten mit im Haus.

Ich hatte also die Wahl…lach.

Unsere Versorgung war, im Gegensatz zu anderen Dörfern, sehr komfortabel. Wir hatten im Ort 3 Fleischer, 2 Bäcker, 2 mal Konsum. Im Nachbarort (2km entfernt) gab es ebenfalls 2 Fleischer und die Stadt Wolfen bzw. Wolfen-Nord grenzte auf der anderen Seite an unser Dorf. Bis zum nächsten HO waren es nur wenige Minuten Fußweg. Mit dem Fahrrad waren die anderen Kaufhallen auch schnell zu erreichen.

Wolfen-Nord war ein Neubaugebiet, wo unsere Arbeiter der Chemie- und Filmfabrik wohnten. Für diese Menschen wurde gut gesorgt, jedenfalls was Lebensmittel betraf. Auch Delikatläden waren in einigen Kaufhallen integriert. Da Opa Otto Frührentner war, hat er regelmäßig die Einkäufe erledigt. Auch Mutti kaufte frisch bei unseren Fleischereien ein oder eben im Konsum, wo es auch einen Fleisch- und Wurststand gab. Wie Ihr lesen könnt, waren wir wirklich gut versorgt.

Abendbrot in der DDR – bei uns sehr abwechslungsreich

Somit war auch das Abendbrot in der DDR bei uns recht abwechslungsreich. Freundschaftliche Kontakte zu Verkäuferinnen waren immer sehr hilfreich. Mein Vater war Angler und im Anglerverein. Da kannte man auch die Frau vom Anglerfreund, die im Fischgeschäft arbeitete. Toll…wenn das Anglerglück mal ausblieb, hatte Margitta immer was leckeres unterm Ladentisch. Frische Sprotten, Brathering- oder Makrelenrolle mit Sauerkraut gefüllt, mal ein Stück Heilbutt oder Heringssalat. Leckere Teilchen fürs Abendessen. Im Delikat gab es Fischbüchsen, wie den geliebten Scomber-Mix.

Ein Highlight war immer der Samstag. Nach dem Baden ging es im Schlafanzug auf die Couch und Mutti hat Schnittchen auf einem großen Teller fertig gemacht. Mit Scomber-Mix, Schinken, Leberwurst, Bratwurst, Kochschinken oder Bierschinken. Manchmal hat sie Riesenwiener bekommen, die dann noch warm gemacht wurden. Und es gab Brause! Beim Kessel Buntes oder einem Samstagabend-Film haben wir dann geschlemmt.

Bei Oma und Opa gab es als DDR Abendessen öfter Brathering und Butterschnitte, Camembert oder Grievenfett, welches Oma selber machte. Aber auch Wurst aller Art. Aus der Delikat- Salattheke brachte Opa öfter Rindfleisch- oder Herrensalat mit. Manchmal, wenn vom Wochenende Klöße übrig waren, gab es die in Scheiben knusprig angebraten mit Ei oder ohne Ei nur mit Zucker drüber.

Mein Vater war Bratkartoffel-Meister. Wenn Kartoffeln übrig blieben oder Mutti extra mehr gekocht hat, war er der Zubereiter. Das konnte er richtig gut. Auch für Tatar war er zuständig. Wenn Mutti Rinderhack mitbrachte, dann schnippelte er Zwiebeln, die dazu kamen. Genauso wie Salz, Pfeffer, Kümmel und Ei. Mit einer Gabel hat er alles gleichmäßig vermengt. Das auf frischem Bäckerbrot war ein Hochgenuß.

Im Herbst und Winter, wenn wir vom Rodeln kamen, wurden erstmal die nassen Sachen, Schuhe und Handschuhe zum trocknen vor den Ofen gehangen. Dann gab es eine heiße Hühner Instandbrühe in der ein Ei eingerührt wurde. Für Vati gab es einen Grog. Das war heißes Wasser mit Weinbrand und Zucker. Da dauerte es nicht lange und er schlief im Sessel ein.

Abendessen bei Mutti und Vati

Scomber-Mix aufs Brot

Fischschnitte Scomber-Mix
Scomber-Mix Fischschnitte

DDR Bratschnitte mit Letscho

DDR Bratschnitte mit Letscho

Hier kommen noch weitere Rezepte…immer mal vorbei schauen!

Alternativ bei Oma und Opa

Folgende Rezepte kommen demnächst!

Bratkloß
Tatar
Heringssalat
Kräuterquark
Brathering
Selleriesalat
Rote Beete Salat
Grievenfett
etc.