Fischgerichte in der DDR: Rezepte, Anekdoten und die besten Zubereitungen

Kochfisch, Hering & Co: Die Fischküche der DDR

Fischblöcke und Fischstäbchen: Fisch in der Schulspeisung

Fisch Gerichte waren in der DDR ein Thema für sich. Viele mochten ihn nicht wegen der Gräten oder wollte geschmacklich nicht so richtig ran.

Es kam auch drauf in welcher Region man lebte. An der Küste gab es sicher mehr Auswahl und Gelegenheit, Fisch zu bekommen. Viele, viele waren im Anglerverein und fröhnten dem Angelhobby. Somit war auch Fisch auf den Tellern.

Wenn man Fischstäbchen zu kaufen kriegte, dann sah die Sache anders aus. Die mochte fast jeder. In der Schulspeisung gab es die bei uns nicht. Aber ich kann mich gut erinnern, das es im Kindergarten gabackene Fischblöcke gab.

Andy meint, die hießen früher Panzerplatten. Das waren panierte Fischstücke nur etwas größer wie übliche Fischstäbchen. Dazu gab es Kartoffelbrei und Senfsoße.

Es gab bei ihm auch Fischbuletten.

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Kochfisch, Aal und Hecht: Die Fischgerichte aus der Familie

Ein weit verbreitetes DDR Fisch-Gericht war der Kochfisch. Für mich war Fisch fast ein Hauptnahrungsmittel. Denn mein Vati war und ist seit seiner Kindheit ein begeisterter Angler, und ein guter dazu. Bei uns zu Hause gab es sehr oft Fisch.


wir hatten Hecht, Barsch, Karpfen, Rotfeder, Aal oder Schleie. Alles sehr schmackhafte Fische, die Mutti unterschiedlich zubereitete. Da gab es Hechtfilet mit Kartoffelsalat, Karpfen gebacken oder als Fischsülze. Gebraten wurden auch Barsch und Co. Außerdem hatte Vati ein selbst gebautes Räucherrohr, wo er Aal räucherte.

Saurer Hering und Brathering: Omas Hering-Spezialitäten

Oma wiederum machte den besten sauren Hering ever…Opa kaufte im Fischladen grüne Heringe und Oma rührte ihre traumhafte Marinade an.

Ein schnelles Mittagessen war der Brathering mit Pellkartoffeln. Das gabs öfter bei Oma und Opa. Meist Brathering aus der Büchse. Aber Oma hat auch schon mal den Brathering selber gemacht.

Brathering mit Pellkartoffeln Salzkartoffeln Omas DDR Rezept Mittagessen Gerichte 1

Räuchermakrele & Heilbutt: Der Fisch-Geheimtipp in Raguhn

In Raguhn, eine Stadt, die ca. 3 km von meinem zu Hause lag und wo Vati und Mutti arbeiteten, gab es ein Fischgeschäft. Dort arbeitete die Frau von Vatis Angelkumpel. Wenn es was besonderes gab, stand sie 15:00 Uhr vor dem Laden und wartete vis Vati mit dem Fahrrad angeradelt kam.

Dann rief sie: „Ulli, komm mal ran! Ich hab was für dich.“ Dann hielt er an und Frau Höboldt gab ihm eine Tüte mit Leckereien. Da gab es mal Räuchermakrele, ein Stück Heilbutt, Frische Sprotten etc.

Ich kann mich noch als Kind erinnern, dass ich noch vorne auf meinem Kindesattel auf Vatis Fahrrad mitfuhr. Wir waren wieder einmal in Raguhn im Fischladen. Frau Höboldt gab uns eine braune dreieckige Papietüte, wo frische Sprotten drin waren.

Als wir fast zu Hause waren, hielt Vati an der Ecke von unserem Konsum an. Dort stand eine Litfaßsäule. Ich blieb auf meinem Sattel sitzen. Vati hielt das Fahrrad fest. Mit einer Hand holte er die Papiertüte aus dem Beutel, öffnete sie und wir futterten gemeinsam die Sprotten.

Nur der Kopf wurde entfernt, der Rest der Sprotte wanderte in unsere Münder. Bei Vati gab es das nicht, dass so eine kleine Sprotte auseinander gestückelt wurde, um da was zu entfernen. Entweder alles oder nichts. (Außer dem Kopf).

Das war schön, Zeit mit meinem Vati zu verbringen und das hat mich bis heute geprägt.

Rollmops & Roll-Makrele: Fertigfisch aus dem HO in Wolfen Nord

Und dann Opa Otto, der ja Frührentner war. Er hatte Zeit und fuhr mit dem Rad nach Wolfen Nord in die Neubau-Stadt. Ca. 5 bis 10 Minuten Radweg. Dort war das HO, wo im Anschluß auch ein Fischgeschäft war.

Ach, da erinnere mich…dort war ein großes gefließtes Becken mit einer Glasscheibe. Dort waren die Lebendfische untergebracht, z.B. Karpfen. Das war ein Erlebnis für mich und ich schaute gerne die Fische an. Es roch ganz schön streng im Laden, aber man wusste, im Fischgeschäft riecht es eben.

Jedenfalls besorgte Opa Otto Roll-Makrele mit Sauerkraut gefüllt, Rollmöpse oder Brathering. Grüne Heringe für „sauren Hering“ oder für Oma Uschis selbstgemachte Bratheringe.

Das sind Erinnerungen an eine behütete und schöne, lehrreiche Kindheit. Das gibt es heute kaum noch und das ist schade.