Nachlass Leutnant Rolf Borchers (Luftwaffe) – Geschlossener Offiziersnachlass mit Orden, Blankwaffe & Frontdokumenten
Zum Verkauf steht ein historisch lückenlos belegter, personengebundener Militaria–Nachlass von Leutnant Rolf Borchers (geboren am 25.04.1921 in Hamburg). Außerdem zeichnet das Militaria Konvolut den Weg vom Eintritt über schwere Erdkämpfe an der Westfront bis zur Beförderung zum Offizier und den letzten Kriegstagen im Mai 1945 authentisch nach.
Die Besonderheiten vom Militaria Nachlass Konvolut:
Sämtliche Auszeichnungen, Ränge und Gefechtshandlungen sind durch originale Dienstakten, Gefechtsberichte und Frontnotizen dokumentiert.
Enthaltene Originalstücke im Überblick
1. Blankwaffe & Trageausstattung
- Luftwaffen Offiziersdolch: Unberührter Originalzustand im Fundzustand, Klinge ohne Herstellerzeichen (Kammerstück), zeitgenössisch für den Feldeinsatz durchgeschärft, mit leichten Alters- und Gebrauchsspuren, passend zum nachgewiesenen Fronteinsatz des Trägers.
- Original-Gehänge (Trägergurt): Zweiteiliges Offiziersgehänge mit intakten Beschlägen und voll funktionsfähigen Karabinern.
2. Orden & Ehrenzeichen (Realstücke)
- Eisernes Kreuz 2. Klasse (1939): Dreiteilig gefertigt mit magnetischem Eisenkern, an originalem Bandabschnitt (verliehen am 21.09.1944).
- Erdkampfabzeichen der Luftwaffe (Hauptstück): Zinkfertigung mit erhabenem Blitz, gekreuztem Bajonett und Stielhandgranate sowie intaktem Hoheitsadler (verliehen am 31.10.1944).
- Erdkampfabzeichen (Zweitstück): Authentisches, nach Kriegsende entnazifiziertes Trageexemplar.
- Miniaturnadel Erdkampfabzeichen: Zivile Reversnadel für den Frack-/Zivilanzug.
- Deutsches Reichssportabzeichen (DRL Bronze): Originales Steckabzeichen mit Hakenkreuz samt zugehöriger Miniatur-Nadel.
- Ordensminiaturen & Knopflochbänder: Miniatur des Eisernen Kreuzes 1939 an Ring sowie Knopflochbänder für die Feldbluse.
3. Originale Uniformeffekten (Luftwaffe)
- Offiziers-Effektensatz Leutnant (Waffenfarbe Goldgelb / Fliegertruppe & Fallschirm):
- Paar Schulterstücke für Leutnant (matte Aluminiumschnüre auf gelbem Tuchgrund).
- Paar Kragenspiegel mit silberbesticktem Eichenlaubkranz und Schwinge auf gelbem Grund.
- Handgestickte Mützenschwinge in Silberfaden mit Reichskokarde.
- Silberne Mützenkordel für die Offiziers-Schirmmütze.
- Paar Schulterstücke für Leutnant (matte Aluminiumschnüre auf gelbem Tuchgrund).
- Mannschaftseffekten:
- Feldgraue Tuch-Schulterklappe mit roter Kurbelstickerei „92“ (Flieger-Regiment 92).
- Aufschiebeschlaufe mit roter Divisions-/Regimentsnummer „92“.
- Feldgraue Tuch-Schulterklappe mit roter Kurbelstickerei „92“ (Flieger-Regiment 92).
4. Kunstwerk & Regiments-Weihnachtsgabe 1943
- Originale Radierung „Vlaamsche Hoeve“: Exemplar Nr. 56 von 610, handsigniert vom Künstler O. van Hoeke.
- Rückseitiges Regiments-Etikett: Originalaufkleber in Frakturschrift zur „Kriegsweihnacht 1943“, eigenhändig vollzogen vom Hauptmann und Kompaniechef der 12./Flieger-Regiment 92.
5. Gefechtsberichte, Frontnotizen & Dienstakten
- Gefechtsbegründung zum EK II: Zeitgenössische Maschinenschrift-Ausfertigung zum Pak-Einsatz bei Marbache und dem Gegenstoß bei Landremont (September 1944).
- Handschriftlicher Steno-Entwurf: Die feldmäßige Urschrift des EK-II-Antrags direkt aus den Kämpfen.
- Soldbuch-Auszug Nahkampftage: Offizielle Bestätigung über 6 anerkannte Sturm- und Nahkampftage (Ortskämpfe Vierge und Höhe 340 Serrières).
- Marschbefehl vom 14.10.1944: Mit Dienstsiegeln zur 553. Volksgrenadier-Division / AOK 1.
- Dienstlaufbahn-Gesuch an das RLM vom 22.12.1944: Mehrseitige Zusammenfassung des militärischen Werdegangs.
- Handschriftliche Frontlisten: Namentliche Gliederung des Pak-/Flakzuges Borchers sowie Vorschlagsliste zur Verleihung des EK I (06.10.1944).
- Verlustbescheinigung Wehrpass (07.05.1945): Nachrichten-Abteilung 416, ausgestellt einen Tag vor der Gesamtkapitulation.
- Frühe Nachweise: DRL-Sportprüfungsbeleg Güstrow 1939, Verlustbestätigung Gefechtsstand Brüssel 1942, Soldbuch-Merkblatt 153 und Feldpostbriefentwurf.
Konditionen & Details
- Zustand: Unberührter historischer Originalzustand, nicht gereinigt, nicht verbastelt.
- Preis: 2000,00 € VHB (Verhandlungsbasis für das geschlossene Konvolut)
- Versand: Versicherter Wertversand mit Sendungsverfolgung oder persönliche Übergabe nach Zahlung und Vereinbarung.
Rechtlicher Hinweis: Das Angebot dient ausschließlich zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre sowie der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens und der militärhistorischen Dokumentation (§§ 86, 86a StGB). Auf Abbildungen im Netz sind verfassungswidrige Symbole digital abgedeckt.


In diesem Konvolut geht es um den Werdegang des zum ernannten Leutnant Rolf Borchers aus dem 2. Weltkrieg. Außerdem erhielt er den Luftwaffen Offiziersdolch mit Gehänge.






Das Soldbuch des Fliegers Rolf Borchers aus Hamburg und die Ernennung zum Leutnant.
Hier ein Verteiler vom Luftwaffenbataillon Lieske
Abwicklungskommando Lieske sowie Meldeaufforderung, die Verleihung Eisernes Kreuz 2. Klasse.












Handgeschriebene Notiz:
Vorschlag (Verl.) zum EK I
durchgestrichen: H. Uffz. [Unteroffizier] Wollenschläger / 12. Kp. [Kompanie]
darunter mit geschweifter Klammer zusammengefasst:
für U. Schürmann [Unteroffizier Schürmann / evtl. auch Fw. für Feldwebel] 5. Kp.
für Gasse [evtl. Gassen]
für Grums [evtl. Grunes / Grimm]
Randnotiz (ganz rechts, sehr schwach in Sütterlin/Kurrent):
schwer lesbar, vermutlich Datum und Aktenzeichen:
6. 10. 44 [6. Oktober 1944] erh. am… [erhalten am] / Reg. Gr. [Regiments-Gruppe]
Was bedeutet dieser Zettel historisch?
Es handelt sich um einen internen, handschriftlichen Notizzettel (Entwurf) für einen Ordensträger-Vorschlag.
„Vorschlag (Verl.) zum EK I“: Dies ist ein Verleihungsvorschlag für das Eiserne Kreuz 1. Klasse (EK I) von 1939. Das EK I war eine sehr hohe Auszeichnung, für die man bereits das EK II besitzen musste.
Die Namen & Einheiten:
Es gab offenbar eine Planänderung: Der ursprüngliche Vorschlag für einen Unteroffizier (Uffz.) Wollenschläger aus der 12. Kompanie (12. Kp.) wurde großzügig durchgekreuzt.
Stattdessen wurden darunter – verbunden mit einer geschweiften Klammer – neue Kandidaten notiert: Ein Schürmann aus der 5. Kompanie (5. Kp.), sowie die Soldaten Gasse und Grums (bzw. Grimm).



Handzettel oben
Kopfzeile (oben rechts / oben links):Oben links (schräg notiert):
Brief a. d. Akten v. Paul – Oben rechts: O.U. [Ortsunterkunft], den 11. Mai 1944
Mein lieber Papa! Ich bitte dich, dem Ogfr. [Obergefreiten] Pranie [evtl. Prawitz / Pranw], meine das Menülen [evtl. Medaillen / Utensilien / Manuskript] auszuhändigen. er hat den Auftrag von mir, die Uhr mitzubringen.
In aller Eile einen herzlichen Gruß und viele gute Wünsche wünscht dir in aller Güte immer dein Sohn Rolf – eine typische militärische Geheimhaltungsbezeichnung der Wehrmacht für den Frontstandort, um den Feind über die Stationierung im Unklaren zu lassen.
Handschriftliche Notiz unten
Dieser Brief fügt die vorherigen Dokumente perfekt zusammen:
Die Identität: Der Absender ist Rolf Borchers (Dienstgrad: Leutnant, Feldpostnummer L 52 127 d, Luftgaupostamt Wiesbaden).
Die Beförderung:
Er schreibt an die Gebührnisstelle des Flugstützpunktkommandos VII in Güstrow/Mecklenburg: „Am 28.8.44 bin ich mit Wirkung vom 1.6.44 zum Leutnant befördert worden. […]“ Der Bezug zu den anderen Zetteln: Die handschriftliche Notiz ist an seine Frau oder Verlobte Gertraut („Trautel“) Borchers in Waldheim/Sachsen gerichtet. Der Brief ist datiert auf den 5.10.44 (oben steht handschriftlich „Entwurf“) – also exakt einen Tag vor dem ersten Zettel vom 6.10.44, auf dem er die Vorschläge für das Eiserne Kreuz notiert hat! Auch die Unterschrift „Rolf“ und die Handschrift stimmen exakt mit dem Brief an seinen „lieben Papa“ überein.




1. Die Stamm-Einheit: Flieger-Regiment 92 (III. Bataillon)
Auf dem Briefentwurf vom 5. Oktober 1944 nutzt Leutnant Borchers die Feldpostnummer L 52 127 d.
- Das vorangestellte „L“ steht für Luftwaffe. image_cb5c01.jpg
- Die Nummer 52127 war in der offiziellen Feldpostübersicht dem III. Bataillon des Flieger-Regiments 92 zugewiesen (der Buchstabe d stand für die 12. bzw. zugehörige Kompanie).
Das Flieger-Regiment 92 war eine reguläre Ausbildungseinheit der Luftwaffe, die im Raum Toul und Nancy stationiert war.
2. Der Fronteinsatz: Luftwaffen-Bataillon Palm (bzw. Lw.Btl. Kaiser)
Im Spätsommer 1944 – nach der alliierten Invasion in der Normandie und der Landung in Südfrankreich – rückte die 3. US-Armee (unter General Patton) rasend schnell nach Osten auf Lothringen und die Vogesen vor.
Da die Wehrmacht kaum noch reguläre Infanterie hatte, wurden Boden- und Ausbildungstruppen der Luftwaffe überstürzt zusammengezogen und als sogenannte Alarm-Bataillone an die Front geworfen:
- Aus Teilen des Flieger-Regiments 92 und örtlichem Luftwaffenpersonal wurden ad-hoc Kampfgruppen gebildet, die nach ihren jeweiligen Führern benannt wurden: Lw.Btl. Palm und Lw.Btl. Kaiser.
- Diese Bataillone wurden taktisch der Heeresführung unterstellt, genauer dem im Dokument vermerkten Grenadier-Regiment (IIa), um Lücken in der Front zu schließen.
3. Schauplatz: Die Schlacht in Lothringen / Vogesenvorland
Die auf dem Soldbuchauszug genannten Orte verweisen exakt auf diesen Rückzugskampf in Ostfrankreich (Departement Meurthe-et-Moselle / Vosges):
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- 15. – 17. September 1944: Kämpfe um Vierge (ein damaliger Brennpunkt beim alliierten Vorstoß über die Mosel und Richtung Meurthe).
- 26. – 28. September 1944: Kämpfe um die Höhe 340 südwestlich Serrières (Serrières liegt nordöstlich von Nancy/Pont-à-Mousson im Bereich des Grand-Couronné bzw. Seille-Abschnitts, wo im September 1944 erbitterte Riegelstellungen gehalten werden mussten).
Zusammenfassend:
Leutnant Rolf Borchers gehörte organisatorisch zum Flieger-Regiment 92 der Luftwaffe, kämpfte aber im September 1944 im infanteristischen Erdeinsatz im ad hoc formierten Luftwaffen-Bataillon Palm, das zur Verteidigung Lothringens gegen die vorrückenden Amerikaner eingesetzt war.







Die senkrechte Miniatur-Ordenskette (sogenannte Frackspange bzw. Kettchen für den Abendanzug) unten rechts zeigt vier eng aneinander montierte Auszeichnungen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914–1918):
Die 4 Auszeichnungen
- Eisernes Kreuz 2. Klasse von 1914 (EK II)
- Merkmal: Die charakteristische Kreuzform mit gerippter Silberfassung und schwarzem Innenfeld.
- Bedeutung: Die grundlegende preußische Kriegsauszeichnung für Tapferkeit vor dem Feind im Ersten Weltkrieg.
- Hanseatenkreuz Hamburg (rot emailliertes Tatzenkreuz)
- Merkmal: Rotes Emaille-Kreuz mit dem silbernen/weißen Hamburger Stadtwappen (Burg mit drei Türmen) im runden Mittelschild.
- Historischer Bezug: Dies passt exakt zu den biografischen Angaben der Familie: Rolf Borchers wurde in Hamburg geboren, und sein Vater stammte bzw. diente ebenfalls im Hamburger Wehrbezirk. Das Hanseatenkreuz wurde von der Freien und Hansestadt Hamburg an Frontkämpfer verliehen.
- Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914–1918 (Frontkämpferehrenkreuz)
- Merkmal: Bronzefarbenes Tatzenkreuz mit zwei gekreuzten Schwertern durch die Mitte und einem runden Eichenkranz mit den Jahreszahlen „1914 1918“.
- Bedeutung: Wurde 1934 gestiftet und an alle Teilnehmer verliehen, die im Ersten Weltkrieg tatsächlich an vorderster Front gekämpft hatten (dieselbe Auszeichnung liegt als einzelne Anstecknadel noch einmal separat daneben).
- Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkriegs (1918) in Schwarz
- Merkmal: Ovales Abzeichen mit einem Stahlhelm (M16) über gekreuzten Schwertern innerhalb eines Lorbeerkranzes.
- Bedeutung: Verliehen für 1- bis 2-malige Verwundung oder Beschädigung im Fronteinsatz.



