Wer kennt das auch noch? Wir hatten als Kinder und Jugendliche so einige Rituale. Eins davon war, im Dorfkonsum für 20 Pfennig eine Tüte Sauerkraut zu kaufen. Das schmeckte so lecker und war nicht teuer.
Es war eine bräunliche, spitze Papiertüte, gefüllt mit rohem Sauerkraut. Ich verwende auf unserer Webseite immer eigene Fotos, aber hier habe ich die KI bemüht. Denn von diesen Erinnerungen und Ritualen aus der DDR-Kindheit gibt es einfach keine Bilder – es soll einfach die Erinnerung wecken und nichts absichtlich verfälschen!
Der Gang zum Dorfkonsum nach der Schule
Nach der Schule, auf dem Weg nach Hause, hielten wir am Konsum an. Wir gingen die Dorfstraße hinunter, wo sich rechts und links Höfe mit riesigen Toren aneinanderreihten. Manchmal standen die Tore offen, und man konnte in den Hof schauen.
Ich war immer auf der Suche, ob ich Tiere sehe. Manchmal kamen kleine Katzen oder auch der Hofhund aus dem Tor auf uns zu gerannt. Da war streicheln angesagt. Gelegentlich hatte noch einer ne Stulle mit Wurst in der Brotbüchse.
Das liebten Katze und Hund und bettelten natürlich.
Wir kamen am Bäcker Mönch vorbei, wo es für mich die besten Brötchen ever gab. Jetzt noch um die Kurve. Hier war ein kleines Wäldchen, wo der Fahrradweg durchführte. Es war ein Hang, wo oben ein Bauernhof stand. Auf dem Hang standen etliche Bäume, meist große Akazien. Dazwischen entwickelte sich über viele Jahre ein Trampelpfad, der auch von Fahrradfahrern genutz wurde. Da war nichts gepflastert oder geebnet.
Wenn es regnete oder im Winter wurde das zur Herausforderung und Rutschpartie.
Am Konsum angekommen, prüften wir unsere Reichtümer. „20 Pfennig? Hab ich noch.“ Oder: „Ich hab nur 10 Pfennig. Muss morgen noch Milchgeld bezahlen.“ Egal, rein in den Dorfkonsum. Kein Kunde drin, wir waren allein. Erstmal um das Süßigkeitenregal herum. Nein, Süßes war nicht drin heute.
Die Frischetheke: Fleischsalat, Käse, Gewürzgurken und das Sauerkraut-Fass
Also zur Frischetheke in der Mitte des Ladens, wo es Fleischsalat, Käse, Gewürzgurken und diverse andere Dinge gab, die nicht verpackt waren. Die Verkäuferin schnitt sie frisch ab oder füllte sie in Becher ab.
Auch eine große elektrische Kaffeemühle stand da. Man konnte den Kaffe (Rondo, Melange etc.) aus dem Regal kaufen und die Bohnen gleich im Konsum mahlen lassen.
„Na? Was darf es denn heute sein?“ fragte die Verkäuferin. Ich: „Eine Tüte Sauerkraut für 20 Pfennig und ein Brötchen bitte.“ Hinter ihr auf der Holzablage stand entweder ein Fass oder ein Eimer mit Deckel. Die Verkäuferin holte mit einer Holzzange etwas Sauerkraut aus dem Bottich, ließ es gut abtropfen, damit die Papiertüte nicht so schnell durchweichte.
Als wir bezahlt hatten, verließen wir den DDR-Konsum. Schräg gegenüber ging eine Treppe mit großflächigen Stufen zur Hauptstraße hinauf. Sie war von Büschen und Sträuchern gesäumt, ein Geländer aus dicken Rohren lud zum Klettern und Sitzen ein. Wir suchten uns eine schöne Stelle aus und genossen unser Sauerkraut. Dann schwatzten wir noch kurz, und jeder ging in seine Richtung nach Hause.
Es war eine bräunliche spitze Papiertüte, gefüllt mit rohem Sauerkraut. Ich verwende auf unserer Webseite immer eigene Fotos, aber hier habe ich mal die KI bemüht. Denn von diesen Erinnerungen und Ritualen gibt es einfach keine Bilder. Es soll einfach die Erinnerung wecken und nicht verfälschen!
Es sind einfach schöne Erinnerungen!
