Das „WIR“ und „UNS“: Ist das Gemeinschaftsgefühl der DDR nach der Wende gestorben?

Das WIR und UNS vermisse ich…

Baustellen, wo man hinschaut. Zum Freitag sind die Wartezeiten bis zu einer Stunde. Keine Lust, da noch einkaufen zu fahren. Also bin ich Samstag früh „beizeiten“ Richtung Einkaufspark gefahren. Ruhiges Fahren, der große Parkplatz leer. Toll, niemand wird mich nerven – auch nicht so verhuschte Öko-Muttis mit Schlaumeierbrille, die sich immer vors Regal drängeln müssen.

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Eigentlich weiß ich, wo alles steht, aber da gibt es ein Supermarkt-Team, das nach einiger Zeit umräumen muss. Ich habe mich ein viertel Jahr daran gewöhnt, dass meine Nagelschere zwischen Dusche und Wanne liegt. Aber meine Frau hat auch regelmäßig das Bedürfnis, Schrankinhalte anders zu stellen. (Aber gut, dazu später.)

Die Kaufhalle und das bleibende „WIR“-Gefühl

Zurück zur Kaufhalle – das Wort konnte ich mir bis heute nicht abgewöhnen. Alles ruhig, kein Stress. Ich musste noch einen Moment warten, bis die Türen aufgingen. Da sah ich einen ehemaligen Kollegen: „Schau an, der war mal Schweißer bei uns“, dachte ich.

Beim Einkaufen traf ich noch zwei ehemalige Kollegen und fing an nachzudenken: Wieso sagt man heute noch „BEI UNS“? Wenn ich mit Kumpels und ehemaligen Kollegen schwatze, heißt es immer: Der war Schweißer bei Kurt, der war Schlosser bei Waldi, die war in der Buchhaltung und die war in der Arbeiterversorgung.

Den Betrieb gibt es nun über 25 Jahre nicht mehr. Ist das WIR geblieben?

Vom Kollektiv zum Einzelkämpfer: Das Ende der DDR-Gemeinschaft

Ich war mittlerweile in einigen Firmen tätig. Dieses WIR-Gefühl gab es nie wieder. Nie habe ich daran gedacht zu sagen: „Der war auch bei uns.“

Ist das WIR und UNS nach der Wende gestorben?

Geschrieben von Andreas

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