Wer kennt ihn nicht? Den guten, alten Badeofen! Wenn Opa den Ofen fertig machte, war klar: Es hieß „Ab in die Badewanne“. Der Samstag war meist der obligatorische Badetag – vor Festlichkeiten, nach dem Angelabenteuer oder wenn wir einfach im Matsch und Sand gespielt hatten. Das war unser wichtigstes DDR-Samstagabend-Ritual.
„Badtür zu!“: Die Herausforderung des Badeofens
Ich hörte als Kind ständig von Mutti: „Badtür zu!“ Wenn man schnell ins Bad musste, vergaß man die Tür. Das war fatal, denn wenn der Badeofen heizte, durfte die Wärme nicht wieder entweichen. Wenn Opa es mit dem Feuern zu gut meinte, konnte es schnell heiß und stickig im Bad werden.
Doch die größte Herausforderung war die Angst vor dem Eintauchen: Hatte man die Knie aufgeschlagen und eine dicke Schorfschicht bedeckte sie, war das Bad ein Akt der Grausamkeit. Würde das Wasser die Wunde schrecklich brennen lassen?
Tauchabenteuer, Scomber-Mix und Abendbrot-Schnittchen
Ich war als Kind die erste in der Wanne. Mit Taucherbrille aus dem Waschhaus, einem Plasteschiffchen und einer Puppe ging das Taucher-Abenteuer los. Doch kaum war ich in meine Fantasiewelt vertieft, hieß es: „So, raus jetzt! Vati will auch noch rein.“
Doch der Abschied vom Wasser war leicht, denn das Abendprogramm lockte: Ich durfte länger aufbleiben! Mutti servierte die Abendbrot-Schnittchen auf einem Teller in der Stube. Es gab Brause zu trinken (was sonst selten war) und Knabberzeug. Vati hatte Scomber-Mix bekommen und Opa Otto eine grüne Gurke im Gemüsegeschäft ergattert.
Familien-Rituale vor Ein Kessel Buntes
Das leckere Abendbrot war die perfekte Einstimmung auf das Fernsehen: Was gucken wir heute? Familie Robinson, Ein Kessel Buntes, oder vielleicht Sandokan oder die Olsenbande? Das gemeinsame Beisammensein nach dem Badetag, die Gemütlichkeit und die Vorfreude auf das Abendprogramm machten den DDR-Samstagabend zu einem unvergesslichen Familien-Ritual.
Wie war das bei Euch, Samstag abend, als Kind?
Geschrieben von Annett
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